Hoch- sprung


Stanford, 18.05.1912, Olympiavorbereitungswettkämpfe

1. 2,00 George Horine USA
2. 1,94 Edward Beeson USA
3.        Walter Thomassen USA

George Horine, ein kaliforni-scher Student, wurde zum ersten Weltrekordler der IAAF-Ära, er war der erste Zwei-Meter-Springer der Geschichte und zudem entwickelte er einen neuen Sprungstil. Zunächst jedoch zu seiner technischen Entwicklung, er pflegte als hochspringender Schüler den Schersprung. Im Disziplinbuch aus der Spelding's-Serie, das im Jahre 1930 mit dem Titel "The High Jump" erschien, läßt der Autor R.L. Templeton Ho-rine selbst beschreiben, wie es zu seinem neuen Stil gekom-men ist: "Ich wurde durch einen Zufall zu meinem "Western-Stil" gezwungen. Ich traf mich mit einigen Kameraden zum Hochsprung; das zur Verfügung stehende Grundstück war etwa 12 Fuß breit (3,65m) und 40 Fuß lang (12m). wir hatten die Ständer an einer Stelle aufgebaut von der sie nicht verstellt werden konnten. Ich sprang damals den Schersprung, wie alle an-deren und hatte eine Bestleistung von 5'1'' (1,55m). Die anderen Jungen sprangen den-selben Stil, doch liefen sie im Gegensatz zu mir von links an und sprangen mit dem rechten Fuß ab, weil wir die Ständer nicht verstellen konnten, war ich gezwungen von der selben Seite anzulaufen. Das war die Geburtsstunde meines neuen Stils. Kurz nach meiner Um-stellung begann ich mich merklich zu verbes-sern. In den ersten zwei Wochen steigerte ich mich über 5'9'' (1,753m) auf 6'1'' (185,4m). Ich benutzte immer zwei Taschentücher, die ich auf die Latte legte, auf die ich mich konzen-trierte und versuchte zwischen ihnen hindurch-zuspringen. Ich modifizierte meine Technik, eine Zeit lang lief ich gerade an und 1912 wie-der von links." Er zog das Sprungbein, parallel über der Latte liegend, unter dem Schwungbein hindurch über die Latte. Der entscheidende Vorteil ge-genüber dem Schersprung war, daß der Schwerpunkt des Körpers deutlich niedriger lag. Diese neue Technik wurde "Horine-Tech-nik" oder "Western-Roll" genannt. Mit der neuen Technik steigerte sich Horine kontinuierlich und im Olympiajahr sprang er am 29.03. mit 1,984 seinen ersten Weltrekord. Diesen Sprung bezeichnete Horine als seine beste Leistung, weil er fast zwei Inches Platz zwischen sich und der Latte hatte. Am 18.05. verbesserte er sich in Stanford gar auf 6 Fuß 7 Inches nach hartem Kampf mit dem Mann-schaftskameraden Edward Beeson, der 6 Fuß 6½ Inches übersprang. Horine berührte die Latte leicht, ohne dass sie herunter fiel. Horines übersprungene Höhe bedeutete um-gerechnet in metrische Maßeinheit das Über-queren einer Traumgrenze, denn 6 Fuß 7 In-ches = 2,007m - der erste Sprung über zwei Meter! Die IAAF nahm diese Leistung als er-sten offiziellen Weltrekord zunächst sogar mit 2,01 auf. Erst viel später wurde die Weltre-kordliste überarbeitet und dieser Rekord mit 2,00 geführt. Horine galt nach den Frühjahrsleistungen als Olympiafavorit für Stockholm, doch dort kam er mit den Verhältnissen nicht zurecht. Es hatte geregnet und man hatte den Anlauf mit Torf bestreut, um dem Untergrund mehr Halt zu geben. Der Weltrekordler übersprang jedoch nur enttäuschende 1,89, was allerdings zum Gewinn der Bronzemedaille hinter seinem Landsmann Alma Richards (1,93) und dem Deutschen Hans Liesche (1,91) ausreichte. AAU-Meister wurde Horine nur einmal in 1915. Horine, so beschreibt der Leichtathletik-Fach-mann Roberto L. Quercetani (Italien) in seinem LA-Geschichtsbuch "Athletics, A History of Modern Track and Field Athletics", gewann 59 von 64 Wettkämpfen, überquerte 1,905 (6' 3'') oder höher bei siebzehn Anlässen und über-sprang im Training sogar einmal 2,038.

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GEORGE HORINE USA, bei seinem WR-Sprung von 6'7'' = 2,007m

Statistik

Rekorde

Sprungfolge

Weltbeste
1900-1999

Bibliographie

Abkürzngs- verzeichnis

 

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