Urbana,
27.05.1924, Olympiavorausscheidungswettkampf
1. 2,03 Harold Osborn USA
2. ? ?? USA
Beesons
Hochsprung Weltrekord geriet be-sonders durch den
Landsmann Clinton Larson in Gefahr, der am 01.06.1917
2,0296 übersprang, doch war der Wettkampf formell nicht
richtig angemeldet. 1924 schaffte Larson sogar 2,07 doch
handelte es sich dabei um einen Schaukampf. Erfolgreicher
war Harold Osborn, er war einer der markantesten Erschei-
nungen unter den Hochsprungweltrekordlern. Von 1920 bis
1922 steigerte der Medizin-student seine Bestlei-stung von 1,83 auf
1,981 und nahm damit schon den ersten Platz der Jahresweltbestenliste
ein. 1923 steigerte er seine Bestleistung minimal (1,994) und 1924 meisterte
er in Urbana/Illinois bei ei-nem Olympiavorbereitungswettkampf 2,038
im zweiten Versuch und verbesserte damit den Weltrekord. Genau genommen
war das der zweite Weltrekord an diesem Tage, denn zuvor war 6' 8 1/4"
(2,0258m) aufgelegt, die Osborn im ersten Versuch überquerte, diese
Leistung wurde wegen der unmittelbar darauf folgenden Verbesserung nicht
zur Anerkennung einge-reicht. Osborn versuchte häufig beim Überqueren
der Latte, diese so geschickt gegen die Ständer zu drücken, dass ein
Herunterfallen bei leichten Berührungen vermieden wurde. Diese Technik
verursachte Irritationen bei der Regelausle-gung und der Weltverband
sah sich gezwun-gen 1926 die Regeln dahingehend zu ändern, dass die
Latte so aufliegen muss, dass sie sowohl nach vorn als auch nach hinten
fallen kann. Osborn war der vielseitigste Athlet seiner Zeit, denn im
selben Jahr verbesserte er auch den Zehnkampfweltrekord (7.710,295 Pkt)
und gewann bei den Olympischen Spielen in Pa-ris/Colombes beide(!) Wettbewerbe.
Im Hoch-sprung reichten ihm zum Sieg 1,98, an der danach aufge-legten
Höhe von 2,02 scheiterte er, allein in der Konkur-renz verblieben, dreimal.
Dieses Kunststück, die olympische Gold-medaille sowohl in einer Individualdis-ziplin
als auch im Zehnkampf zu gewinnen hat noch kein Athlet vor und nach
ihm fertig gebracht. Zum besten Jahr Osborns wurde 1925, in dem er die
2 Meter sechsmal übersprang, davon viermal auf einer Europatournee.
In einem Schaukampf (nicht rekordfähig) am 27.03. sprang er zudem 2,0559m(!).
Im Zehnkampf kam er mit 7.689,45 Punkten ganz dicht an seinen Weltrekord
heran und wurde AAU-Mei-ster in beiden Disziplinen. Aus dem Stand schaffte
er sehr beacht-liche 1,68. Osborn wurde Doktor der Medizin und Spezia-list
für Osteopatie (Knochenheilkunde), er heiratete die auffallend hübsche
Hochsprungolympiasiegerin 1928, Ethel Catherwood aus Kanada. Dem Hochsprung
blieb er auch nach seiner langen aktiven Sportlaufbahn weiter verbun-den,
denn er betätigte sich als Trainer und schrieb Artikel über die Technik
und das Training des Hochspringers.