Hoch- sprung


New York, 12.07.1936, US Olympiaqualifikation

1. 2,07 Cornelius Johnson USA
1. 2,07 David Albritton USA

3. 1,98 Delos Thurber USA
4. 1,93 Ted Leonas USA
4. 1,93 Walter Marty USA
4. 1,93 Veron Nelan USA
4. 1,93 Al Threadgill USA
4. 1,93 Melvin Walker USA
4. 1,93 George Spitz USA
4. 1,93 Edward Burke USA

Der Ausscheidungswettkampf der US-Hoch-springer für die Olympischen Spiele 1936 hatte es in sich! Zehn Springer überquerten die Höhe von 1,93, dann spielten die Nerven eini-ger Favoriten nicht mehr mit, Zwei-Meter-Springer wie Marty, Threadgill, Spitz , Burke und Walker blieben bei der nächsten Höhe hängen und die Olympiafahrkarten nach Berlin waren an Delos Thurber, David Albritton und Cornelius Johnson vergeben. Für Thurber war der Wettkampf nach übersprungenen 1,98 beendet, während Johnson und Albritton auch 2,032 im ersten Versuch nahmen. Die nächste Höhe, an der sich die beiden gleichaltrigen (23 J.) und mit 1,91m auch gleich großen Athleten versuchten, war mit 6'9 3/4'' (2,0766m) Weltrekord. Im ersten Durchgang scheiterten beide, im Zweiten Versuch überwand zunächst Johnson um 15.30 Uhr die neue Weltrekordhöhe und Albritton hatte zehn Minuten später die Nerven, es seinem Landsmann gleichzutun. Albritton war der erste Weltrekordler, der nicht den "Western Roll" favorisierte, sondern sich bäuchlings im "Straddle" um die Latte drehte und damit seinen Körperschwerpunkt noch niedriger hielt als die "Western Roll" Interpre-ten. In Berlin gewannen die drei Amerikaner alle Medaillen. Cornelius Johnson beherrschte den Wettbewerb, hatte bis zur Siegeshöhe von 2,03 keinen einzigen Fehlversuch und schei-terte erst an der neuen Weltrekordhöhe von 2,08. Hinter Johnson war es sehr knapp, denn neben Albritton und Thurber übersprang auch der Finne Kalevi Kotkas 2,00. Nach der Mehrversucheregel hätte Thurber Silber und Kotkas Bronze gewonnen, aber damals wurde bei gleicher Höhe gestochen und da hatte Albritton die Nase vorn, Thurber war glücklicher Dritter und der für einen Hochspringer ungewöhnlich kräftige Finne (1,94m/96kg), der auch ein Dis-kuswerfer der Weltklasse war (BL 1936: 49,82 / 1937: 51,27!), mußte sich mit dem medail-lenlosen vierten Platz zufriedengeben. John-son nahm schon als Neunzehnjähriger an den Olympischen Spielen 1932 teil und verpasste damals erst im Stechen eine Medaille, in den Folgejahren mauserte er sich zum beständig-sten Springer der USA und damit auch der Welt. Er wurde von 1932 bis 1936 ununterbrochen AAU-Meister und verlor in dieser Zeit nur zweimal: einmal bei gleicher Höhe von 2,055 in der Halle gegen Edward Burke (22.02.1936), der in diesem Wettkampf über sich hinauswuchs und einmal gegen Threadgill, ebenfalls in einem Hallenwettkampf. Johnson sprang einen sehr sauberen "Western Roll" und war der eleganteste Springer seiner Zeit. Er been-dete seine aktive Laufbahn in der Hallensaison 1938. "Corny" Johnson, der gelernter Bäcker war, wurde in seinem weiteren Leben nicht glücklich, verfiel dem Alkohol und verstarb schon 1946, nicht einmal 33-jährig, nach einer Herzattacke. Die Karriere David Albrittons bekam erst später das Niveau Johnsons. Der Durchbruch gelang erst in 1936 mit dem Weltrekord und der Silbermedaille von Berlin. Er war allerdings noch nach dem II.Weltkrieg mit beachtenswerten Ergebnissen aktiv. Als 35-Jähriger überwand er 1948 letztmalig zwei Meter und 1950 wurde er in der Jahresweltbestenliste immer noch mit beachtlichen 1,969 geführt. Albritten, übrigens ein Mannschaftskamerad von Jesse Owens in Ohio, war der erste Straddle-Weltrekordler, dieser Stil setzte sich mehr und mehr durch und löste den "Western Roll" bei den Männern Mitte der fünfziger Jahre ab.

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