Hoch- sprung


Los Angeles, 29.06.1956, US Olympiaausscheidung

1. 2,15 Charles Dumas USA
2. 2,07 Veron Wilson USA
3. 2,07 Phil Reavis USA
4. 2,045 Bernie Allard USA
5. 2,045 Ernie Shelton USA
6. 1,995 Mark Booth USA

Bei den US-Trials für die Olympischen Spiele 1956 in Melbourne, ausgetragen im Los An-geles Memorial Collosseum, waren am 29.06. um ca 22.15 Uhr außer dem Hochsprung der Männer alle Wettkämpfe beendet, doch keiner der 30.000 Zuschauer verließ das Stadion, weil der mit übersprungenen 2,083m als Sieger feststehende 19-jährige Compton-Student Charles Dumas versuchen wollte, den Hoch-sprungweltrekord auf die bis dahin noch von niemandem übersprungenen 7 Fuß (2,134m) zu verbessern. Trotz (vielleicht auch wegen) seiner Jugend war der Straddle-Springer Dumas ein ruhiger, äußerst nervenstarker Wettkämpfer, den weder Gegner, noch das Publi-kum aus der Ruhe bringen konnte.
Der erste Versuch misslang, doch im zweiten Sprung stimmte alles. Dumas lief zunächst sehr ruhig an, steigerte die Geschwindigkeit mit den letzten Schritten bis zum Absprung und schnellte empor, drehte sich um die Latte und fiel in den Aufsprunghügel aus Sägespänen. Er hatte die Latte wohl ganz leicht mit der Hand berührt, sodass sie noch ein paar Se-kunden vibrierte und wieder zur Ruhe kam. Das Kampfgericht hatte alle Hände voll zu tun, um die Freunde und Gratulanten von der Anlage fern zu halten, damit das erforderliche Nachmessen nach dem Sprung erfolgen konnte. Die Messung ergab dann genau 7'0 5/8'' was metrisch umgerechnet 2,1495m er-gab. Wie beim Weltrekord Lester Steers in 1941 (siehe Nr.09) erkannte die IAAF auch bei Dumas ein minimal besseres Ergebnis von 2,15m an.
Dumas war ein katzenhaft eleganter Springer mit äußerst geschmeidigem Bewegungsablauf. Seine Möglichkeiten deutete er schon an, als er als 16-jähriger 1,88 sprang und sich in den folgenden Jahren über 1,969 auf 2,089 (1955 / 18 J) steigerte. 1956 kam der ganz große Durchbruch denn der dunkelhäutige Charlie fügte seiner Erfolgsstatistik, nach AAU-Titel und Weltrekord, in Mel-bourne mit 2,12 einen überlegen gewonnenen Olympiasieg hinzu.
Nach einem etwas zurückhaltenden Jahr 1957, in dem die Russen, allen voran Juri Stepanow (2,16/ Nr.12), mit dem später verbotenen "Katapultschuh" für Furore sorgten, be-herrschte er in den letzten 50er Jahren wieder die Hoch-sprungszene, wurde durchgehend AAU-Meister und Sieger bei den Pan American Games 1959 in Chicago. 1960 stürzte ihn der Himmelstürmer John Thomas auch mit herkömmlichen Sprungschuhen vom Thron, doch erfolgte das nicht ohne Gegenwehr sei-nes Vorgängers. Als Dumas vom Weltrekord sei-nes Landsmannes am 30.04.1960 (2,17 Nr.12) hörte, versuchte er sich in Los Angeles eben-falls an 2,17, scheiterte jedoch. Der weitere Verlauf der Saison 1960 mit insgesamt vier Weltrekordverbesserungen bis auf 2,22, ließ Charles Dumas resignieren, zumal er bei den Olympischen Spielen mit 2,03 lediglich Sechster wurde. Er zog sich vom Leistungssport zurück, versuchte 1964 als 27-jähriger Lehrer ein Come Back (Jahresbestleistung: 2,14), verpasste jedoch die angestrebte Olympiateilnahme durch eine Bauchmuskelverletzung einen Monat vor den AAU-Champ.














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CHARLES DUMAS
, USA

Statistik

Rekorde

Sprungfolge

Weltbeste
1900-1999

Bibliographie

Abkürzngs- verzeichnis

 

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