Hoch- sprung


München, 11.07.1973, Länderkampf BR Deutschland : USA : Schweiz

1. 2,30 Dwight Stones USA
2. 2,21 Reynaldo Brown USA
3. 2,15 Tom Woods USA
4. 2,12 Lothar Doster BR Deutschland
5. 2,12 Walter Boller BR Deutschland
6. 2,09 Martin Kemmer BR Deutschland


Als der Weltrekordler Pat Matzdorf bei den Olympic-Trials 1972 in Eugene nach verletzungsbedingter Trainingspause mit 2,15 als Fünfter scheiterte, ging der Stern eines jungen blonden Interpreten des Fosbury-Flops auf. Sein Name war Dwight Stones, er war achtzehn Jahre alt und zwei Jahre zuvor erstmals über zwei Meter gesprungen. Der hochtalentierte Kalifornier glaubte nach seinem Sieg in Eugene auch an eine Siegchance in München und machte daraus kein Geheimnis. In der Bayrischen Metropole enttäuschte Stones mit 2,21 von der absoluten Leistung her nicht, konnte aber das selbst gesteckte Ziel des Olympiasieges nicht erfüllen - der Russe Juri Tarmak und Stefan Junge (DDR) lagen vor ihm.
Im folgenden Jahr stabilisierte Stones seine Leistungen auf einem höheren Niveau und hatte am 11.07. seinen ersten sportlichen Gipfel. Im Länderkampf zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der USA und der Schweiz übersprang Dwight Stones als erster Springer 2,30. Der Wettkampfverlauf war kurios, denn Stones sprang zwei Stilarten, die sich so sehr voneinander unterscheiden, dass eines sicher erscheint: Stones kann noch mehr, wenn er sich auf einen Stil konzentriert. Der Wettkampfverlauf bis zum Weltrekord war wie folgt: 1,95 (1. Straddle), 2,00 (1. Flop), 2,03 (1. St.), 2,06 (1. Flop), 2,09 (1. Fehlversuch St - 2. Flop), 2,12 (1. Fehlversuch St - 2. Flop), 2,15 ausgelassen, 2,18 (1) von dieser Höhe an alles im Flop, 2,21 (1.), 2,24 (2.), 2,27 (3.) und 2,30 (3.). Mit diesem Wechsel zwischen den Sprungstilen verblüffte er noch mehrfach in dieser Saison. Einmal (09.07. in Las Vegas) bestritt er sogar zwei Wettkämpfe und gewann den einen im Straddle mit 2,14 und den zweiten mit 2,185 im Flop.
Stones war nun der erste Weltrekordler in dem von Dick Fosbury (Olympiasieger 1968) kreierten und nach ihm benannten Sprungstil, der sich immer mehr durchsetzen sollte und heute der allein angewandte Stil ist.
Fosbury lief im Bogen mit hoher Geschwindigkeit auf die Latte zu, drehte beim Absprung ab und überwand die Latte rückwärts mit dem Kopf zuerst - eine Art Salto rückwärts, wobei er mit dem Rücken, oft auch mit den Schultern und der Nackenpartie landete. Hauptvorteil dieses Stils ist die bessere Möglichkeit die Anlaufgeschwindigkeit in Höhe umzusetzen.
Den "gelernten" Straddle-Springern gelang die Umstellung meist nicht, doch die nachwachsende Hochsprunggeneration verdrängte den Straddle aus den Stadien, der heute keine Bedeutung mehr hat.


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DWIGHT STONES, USA, der erste
2,30-Springer

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1900-1999

Bibliographie

Abkürzngs- verzeichnis

 

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