Hoch- sprung


DWIGHT STONES, USA, der erste
2,30-Springer

Statistik


Philadelphia, 05.06.1976, NCAA Meisterschaft

1. 2,31 Dwight Stones USA
2. 2,26 Mike Winsor USA
3.= 2,19 Greg Joy Kanada
3.= 2,19 Nat Page USA
5. 2,16 Paul Underwood USA
6.= 2,16 Steve Williams USA
6.= 2,16 Bob Francis USA

Dwight Stones blieb in den Jahren 1974 und 1975 mit einer Jahresbestleistung von 2,28 zwar jeweils die Nummer Eins in der Hochsprung-Weltbestenliste, doch gelang ihm zunächst kein weiteres 2,30-Ergebnis. Im Olympiajahr 1976 war das anders. Bei den Studentenmeisterschaften der USA (NCAA) übersprang der 19-jährige Mike Winsor 2,26 vor Stones, sodass der Weltrekordler zum Sieg höher springen musste als sein Gegner, der sich schon um 7,5 cm(!) gesteigert hatte. Gleich im ersten Versuch nahm Stones den neuen Weltrekord von 2,31 und war selbstverständlich auch heißer Favorit für die Olympischen Spiele in Montreal, war aber nicht unschlagbar, was sein Landsmann Bill Jankunis, nicht lange nach dem Weltrekord, bei den US-Trials bewies, als er mit 2,28 eine bessere Höhe als Stones (Zweiter mit 2,25) erzielte.
Der olympische Hochsprungwettkampf wurde zu einer herben Enttäuschung für Stones. Seine ausgeprägte Neigung für Show und Egozentrik stand ihm an den beiden Tagen im Weg. Schon in der Qualifikation hatte er Ärger mit dem Kampfgericht, weil er nicht die richtige Wettkampfkleidung trug, zudem hatte er sich in der Presse zuvor abfällig über die kanadische Organisation geäußert, was ihm den Unwillen des einheimischen Publikums einbrachte. Zum Endkampf trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift "I love French-Canadian", ein völlig unnötiges Statement, damit verscherzte er sich die letzten Sympathien. Das alles mag der Grund dafür gewesen sein, dass ihm nur eine Höhe von 2,21 gelang, womit er hinter dem noch nicht einmal 20 Jahre alten polnischen Rekordler Jacek Wszola (2,25) und dem Kanadier Greg Joy (2,23) mit der Bronzemedaille zufrieden sein musste. Der Dauerregen an diesem Tag der Hochsprungentscheidung ist als Begrün-dung für die Niederlage des Weltrekordlers nicht geeignet, weil die Bedingungen für alle gleich waren, allenfalls wäre das Gesamtniveau bei besserem Wetter sehr wahrscheinlich höher gewesen.

 

 


 

 

 

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