Rehlingen, 26.05.1980, Internationales Pfingssportfest
1.
2,35 Dietmar Mögenburg BR Deutschland
2. 2,20 Carlo Thränhardt BR Deutschland
3. 2,15 Jürgen Lichtenberg BR Deutschland
4. 2,15 Heinz-Günter Zimmer BR Deutschland
5. 2,05 Wintersdorff Luxemburg
Erster deutscher Hochsprungweltrekordler wurde der Leverkusener Dietmar
Mögenburg im Alter von nicht einmal ganz 19 Jahren. Er war ein
Hochsprungtalent, wie es nur sehr, sehr selten geboren wird. Seine Begabung
lag nicht nur in seinen äußeren Voraussetzungen wie Körpergröße
(2,01m), seinen Hebelverhältnissen, Gewicht (78 kg) oder natürlicher
Sprungkraft - zusätzlich hatte er Nerven wie Stahlseile, großes
Konzentrationsvermögen und enormen Mut zum Risiko, dar ihn zu gro-ßen
Erfolgen führte.
Seine Karriere war schon als Jugendlicher aufsehenerregend, er wurde
1978 und 1979 deutscher Jugendmeister, zusätzlich gewann er 1979
die Jugendeuropameisterschaft, die Krönung der Saison war dann
der sensationelle Gewinn des Europapo-kals (Turin) mit der Jahresweltbestleistung
von 2,32, diese Höhe bedeutete neuen Deutschen Rekord, das alles
noch vor seinem achtzehnten Geburtstag. Dietmars Hauptgegner in Turin
war Rolf Beilschmidt (DDR), der 2,30 im ersten Versuch übersprang,
während Mögenburg nach einem ersten Fehlversuch gleich auf
2,32 steigerte und im allerletzten Sprung die Konkurrenz für sich
entschied. Das war es, was ihn immer wieder auszeichnete und wodurch
er sich von vielen anderen Hochspringern unterschied: Im richtigen Augenblick
in Hochform und die Taktik immer ausschließlich auf Sieg ausgerichtet!
1980 war ein Olympiajahr, jedoch stellte sich mit zunehmender Dauer
der Freiluftsaison heraus, dass sich nur ein Teil der Weltelite wirklich
auf die Olympischen Spiele in Moskau vorbereitete, durch den westlichen
Boykott gingen die bundesdeutschen Hochspringer leer aus. Zu Pfingsten
hatten die Athleten noch Hoffnung, am 25.05. trafen sich die Deutschen
mit dem polnischen Olympiasieger Jazek Wszola im Hochsprung-Mekka Eberstadt,
doch nicht der Rheinländer Mögenburg versuchte sich am Weltrekord
sondern der Pole und er überwand 2,35 (Nr.29). Mögenburg und
sein blonder Rivale Carlo Thränhardt blieben nach übersprungenen
2,29 hängen, obwohl besonders Dietmar offensichtlich die Sprungkraft
für größere Höhen aufblitzen ließ. Kurz entschlos-sen
fuhren Thrän-hardt und Mögenburg am folgenden Tag des langen
Pfingstwochenendes 1980 nach Rehlingen. Es sollte sich für den
Leverkusener lohnen, nach 2,30 (2. Versuch) nahm er auch die Weltrekordhöhe
von 2,35 im dritten Versuch, seinem neunten Sprung in der Konkurrenz.
Die Erfolgssammlung Mögenburgs wuchs von Jahr zu Jahr, er wurde
Europameister (1982), fünfmal (!) Halleneuropameister, und 1984
in Los Angeles mit 2,35 Olympiasieger. Deutscher Meister wurde er in
zehn Jahren dazu fünfmal Hallenmeister. Seine absolut höchste
übersprungene Höhe war die Hallenweltbestleistung von 2,39
i, die er am 24.02.1985 in Köln erzielte.
Mögenburg war nicht nur ein jugendlicher Komet, sondern auch ein
Dauerbrenner. Er übersprang 2,30 von 1979 bis 1992 in dreizehn
Jahren und in seinen besten fünfundzwanzig Wettkämpfen floppte
er über Höhen von 2,32 und mehr