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Eberstadt, 10.06.1984, Internationales Hochsprung-Meeting
1.
2,39 Zhu Jianhua China
2. 2,36 Carlo Thränhardt BR Deutschland
3. 2,36 Dietmar Mögenburg BR Deutschland
4. 2,33 Patrik Sjöberg Schweden
5. 2,30 Gerd Nagel BR Deutschland
6. 2,27 Roland Dalhäuser Schweiz
Ein Hochsprungwettkampf der Superlative wurde das Meeting in Eberstadt.
1980 war es der Pole Jazek Wszola (siehe Nr.29), der sich beim Veranstalter
Peter Schramm mit einem Weltrekord bedankte - 1984 folgte der amtierende
Rekordhalter Zhu Jianhua, der seinen eigenen Rekord um einen cm auf
2,39 verbesserte. Der Wettkampfverlauf war außerordentlich spannend
und das Gesamtniveau bei keinem Hochsprungwettkampf in der Geschichte
besser.
An 2,30 versuchten sich noch acht Springer, von denen schafften es fünf.
Den sichersten Eindruck hinterließ in dieser Wettkampfphase der
19-jährige Landesrekordler Schwedens, Patrik Sjöberg, denn
er überquerte auch noch die 2,33 im er-sten Versuch. Gerd Nagel
schaffte die 2,33 nicht mehr und Jianua tat es dem Schweden gleich,
der jetzt in Führung lag, weil der Chinese für 2,30 zwei Versuche
benötigte. Carlo Thränhard war bis dahin nur dreimal gesprungen
(2,20, 2,24 und 2,30), hatte keinen Fehlversuch und ließ 2,33
ebenso aus wie Dietmar Mögenburg.
An 2,36 versuchten sich nun alle vier verbliebenen Akteure. Außer
dem Weltrekordler Zhu Jianhua und Olympiasieger 1980, Gerd Wessig (DDR),
war diese Höhe noch niemand gesprungen. Alle vier scheiterten zweimal,
im dritten Versuch schei-terte Sjöberg, der als Erster sprang,
zum dritten Mal, hatte aber mit 2,33 seinen Landesrekord eingestellt.
In den nächsten fünf Minuten floppten nacheinander Mögenburg,
Zhu Jianhua und Thränhardt über die Latte. Die beiden Deutschen
hatten den Europarekord egalisiert und die nächste Höhe war
mit 2,39 Weltrekord. Wären alle drei daran gescheitert hätte
Thrän-hardt einen hochklassigen Wettkampf gewon-nen, doch der Weltrekordler
konterte, im zweiten Versuch überwand er die neue Rekordhöhe
und siegte vor den beiden tüchtigen Deutschen, die in ihren dritten
Versuchen keine Chance mehr hatten.
Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles trafen sich die selben Athleten
wie zu Pfingsten in Eberstadt, die Ostblock Nationen boykottierten,
doch China, ohnehin politisch mit der Sowjetunion zerstritten fuhr in
die USA so dass auch Zhu Jianhua im Wettbewerb war. In der kalifornischen
Metropole schlug allerdings nicht die Stunde des Weltrekordlers, sondern
der nervenstärkste Taktiker siegte und das war der Rhein-länder
Dietmar Mögenburg, der als einziger 2,35 meisterte und damit vor
Sjöberg und Zhu Jianhua siegte.
Die erste olympische Medaille in der Geschichte für einen chinesischen
Leichtathleten war eher eine Enttäuschung für den Weltrekordler
und seine Fans. Die beiden dritten Plätze bei der WM in Helsinki
und den Olympischen Spielen in Los Angeles blieben die besten Platzierungen
bei internationalen Großereignissen des sehr schlanken Chinesen
mit dem "brutalen" Absprung.
Verletzungen hemmten seine Weiterentwicklung und schon 1988 war er letztmalig
unter den hundert besten Hochspringern der Welt mit einer Leistung von
2,25. Beruflich studierte Zhu Sport und bekam die Gelegenheit ab 1991
sein Studium in den USA weiterzuführen
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ZHU
JIANHUA, China, bei der Siegerehrung nach seinem Weltrekordsprung
von 2,39, neben ihm die beiden Deutschen Carlo Thränhardt (li.) und Dietmar
Mögenburg, die mit 2,36 den Europarekord einstellten.
Statistik
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