Donezk, 11.08.1985, UdSSR-Pokal
1.
2,40 Rudolf Powarnizin UdSSR
2. 2,29 Anatoli Korobenko UdSSR
3. 2,22 Sergej Saizew UdSSR
4. 2,22 Wadim Mysow UdSSR
5. 2,22 Konstantin Woronkow UdSSR
6. 2,22 Olexandr Kotschenkow UdSSR
Die Sowjetunion war traditionell ein Land, das immer wieder gute Hochspringer
hervorgebracht hatte. Nach den Sechziger Jahren mit dem überwältigenden
Erfolg bei den Olympischen Spielen 1960 (1., 2. u. 4.) beherrschte Brumel
den Wettbewerb überlegen. Nach seinem unfreiwilligen, weil durch
einen Motora-dunfall bedingten Abtritt entstand zunächst ein Leistungstal.
In den siebziger Jahren war Jaschtschenko der allzu jung abgetretene
Weltrekordler und in den Achtzigern stellte die UdSSR mit Awdejenko
den ersten Weltmeister in Helsinki und am 11.08.1985 gab es durch den
Ukrainer Rudolf Powarnizn den ersten 2,40-Sprung.
Diese Leistung, beim Semifinale des UdSSR-Pokals in Donezk erzielt,
war eine absolute Sensation, denn Powarnizin war bestenfalls regional
bekannt und befand sich mit einer Bestleistung von 2,26 im Mittelfeld
der sowjetischen Hochsprungelite. Mit übersprungenen 2,29 in Donezk
hatte er seinen Hausrekord bereits um drei cm gesteigert. Die nächste
Höhe von 2,32 nahm er ebenfalls im ersten Versuch - wer nun glaubte,
der 23-jährige wäre mit der beeindruckenden Steigerung zufrieden
gewe-sen, wurde eines Besseren belehrt. Die näch-ste Höhe
von 2,35 nahm Rudolf im dritten Versuch und gehörte damit plötzlich
zur absoluten Weltklasse. Die danach aufgelegten 2,40 waren, so dachte
man, ein artiger Abschied von den Zuschauern, die zumindest drei Versuche
über einen Weltrekord erleben sollten. Das unfassbare passierte,
im dritten Anlauf war er tatsächlich über die Weltrekordhöhe
gefloppt. Powarnizin hatte sich in diesem Wettkampf um 16(!) cm gesteigert.
Dieses Rauscherlebnis blieb für den 2,01m langen, in der Udmurtischen
Republik geborenen und in der Ukraine aufgewachsenen Floppspringer einmalig.
Er war einer der weni-ger nachhaltig bekannten Weltrekordler. Powarnizin
wurde nur einmal Landesmeister (1989) und kam nur selten international
zum Einsatz - allerdings errang er 1988 in Seoul mit seinem zweitbesten
Ergebnis von 2,36 die olympische Bronzemedaille.