Hoch- sprung


Stockholm, 30.06.1987, Internationales Sportfest

1. 2,42 Patrik Sjöberg Schweden
2. 2,28 Ján Zvara Tschechoslowakei
3. 2,28 Jerome Carter USA
4. 2,24 Javier Sotomayor Kuba
4. 2,24 Carlo Thränhardt BR Deutschland
6. 2,24 Jake Jacoby USA

Patrik Sjöberg war in seinem besten und erfolgreichsten Jahr 1987 erst 22 Jahre alt, gehörte aber schon seit 1983, also vier Jahre zum Kreis der 2,30-Springer. Mit seiner Bestleistung von 2,38 aus 1985 nahm der langhaarige, blonde Schwede den fünften Platz in der ewigen Bestenliste per 31.12.1985 ein. 1986 war er in der Entwicklung einen Schritt zurück gegangen, denn seine Jahresbestleistung betrug 2,34 und bei den Europameisterschaften in Stuttgart blieb ihm mit 2,25 nur der sechste Platz.
1987 begann schon im Winter mit einem Paukenschlag, denn bei einem Hallensportfest in Piräus (01.02.1987) übersprang er mit 2,41 eine neue Hallenweltbestleistung, die er am 27.02. in Berlin mit 2,40 untermauerte. Die Halleneuropameisterschaft in Liévin gewann Patrik mit 2,38, leistete sich allerdings bei den kurz darauf folgenden Hallenweltmeisterschaften in Indianapolis einen Aussetzer, als er seinen Wettkampf erst mit 2,32(!) begann und an dieser selbst gewählten Barriere scheiterte.
In der Freiluftsaison setzte Sjöberg seine Höhenjagd fort, im Hochsprungmekka Eberstadt war er mit übersprungenen 2,36 Sieger und er gewann das B-Finale des Europapokals in sei-ner Heimatstadt Göteborg mit 2,39, der Versuch den Hochsprungweltrekord erstmals in der Geschichte nach Skandinavien zu holen, scheiterte jedoch jeweils knapp.
Am 30.06.1987 konnten die 25.000 Zuschauer im ehrwürdigen, 75 Jahre alten Stockholmer Olympiastadion endlich jubeln. Sjöberg sprang 2,24, 2,32 und 2,35 jeweils im ersten Versuch und ließ dann die Weltrekordhöhe von 2,42 im dritten Versuch folgen. Die beiden vorangegangenen Versuche waren nur hauchdünn gerissen.
Der Höhepunkt der Saison des Jahres 1987 war die Weltmeisterschaft in Rom. Hier setzte sich Sjöberg nach hartem Kampf mit den so-wjetischen Kollegen Igor Paklin und Gennadi Awdejenko durch, die beide mit 2,38 ebenso hoch sprangen, wie der neue Weltrekordler. Dietmar Mögenburg pokerte bei dieser Gelegenheit zu hoch, weil er nach dem ersten Fehlversuch über 2,38 gleich auf 2,40 steigerte und diese Höhe nicht mehr schaffte - hätte er 2,38 im zweiten Versuch geschafft, wäre ihm die Silbermedaille sicher gewesen - doch auch gerade dieser Nervenkitzel macht den Hochsprung aus!
Sjöberg brach seine Schulausbildung ab und wurde sehr früh schon ein lupenreiner Hochsprung-Profi. Er liebte schnelle Autos und lebte luxuriös. Das konnte er sich leisten, weil er der absoluten Elite in diesem Wettbewerb über viele Jahre angehörte. Er wurde einmal Weltmeister im Freien und einmal in der Halle, dreimal Halleneuropameister, gewann zweimal den Weltpokal und achtmal die schwedische Meisterschaft.


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PATRIK SJÖBERG, Schweden

Statistik

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Sprungfolge

Weltbeste
1900-1999

Bibliographie

Abkürzngs- verzeichnis

 

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