Colombes, 09.09.1928, Internationales Sportfest
1.
7,93 Silvio Cator Haiti
2. 7,46 Willi Meyer Deutschland
3. 6,69 Chevallier Frankreich
Der
Silbermedaillengewinner von Amsterdam, Silvio Cator, ist bis heute der
einzige Bürger seines Inselstaates, dem der Gewinn einer olympischen
Medaille gelang, zudem ist er bis heute der einzige Leichtathletikweltrekordler,
denn er sprang nach den Spielen im Stadion von Colombes am 09.09. mit
7,93 als Erster über 26 Fuß (7,92). Der Rekordsprung folgte
als letzter Sprung in einer zum Schluss hochklassigen Serie, nach 7,80
im vierten und 7,77 im fünften Versuch. Diese drei Sprünge
blieben die weitesten offiziell gemessenen Leistungen Ca-tors. Als Landesrekord
Haitis gilt die Weite von 7,93 noch heute, wie sich aus der Zusammen-stellung
"National Athletics Records for all Countries in the World"
ergibt, die das Autoren-team um Winfried Kramer zuletzt in der aktualisierten
Auflage 1999 herausbrachte.
Cator war ein vielseitig begabter Sportler, der als Fußballer
Mannschaftskapitän in der Nationalmannschaft Haitis war. Seine
Weitsprunglaufbahn weist in einigen Jahren Lücken auf, zumindest
ist er nicht in den Weltbestenlisten vertreten. In den dreimal (1935,
1948 u. 1956) aufgelegten historischen Ausarbeitungen des Finnen Martti
Jukola wird ein 8-Meter-Sprung Cators aus 1929 in Port au Prince erwähnt,
der jedoch mit der Hilfe starken Rückenwindes er-zielt worden sei
- der französische LA-Historiker Alain Bouillé nennt weitere
Quellen aus der Presse seines Landes aus denen mit 8,04 eine genaue
Weite hervorgeht - von Rückenwind ist hier keine Rede. Die Zulässigkeit
von Rückenwind für die Anerkennung von Rekorden war damals
noch nicht geregelt, erst ab den Olympi-schen Spielen 1936 in Berlin
wurde die noch heute gültige Höchstgrenze von 2m/sek eingeführt.
Vielleicht war Cator der erste 8-Meter-Springer der Geschichte?