Jerewan, 10.06.1962
1.
8,31 Igor Ter-Owanessjan UdSSR
2. 7,16 V. Kusman UdSSR
Der
beste europäische Weitspringer war in den sechziger Jahren ohne
Zweifel der in Kiew geborene Igor Ter-Owanessjan. Schon sein Vater,
Aram Ter-Owanessjan war ein guter Leichtathlet, denn er hielt in 1933
mit 42,59 den Landesrekord im Diskuswurf und war 1934 Dritter der Landesmeisterschaften.
Sohn Igor hatte mehr Talent für Schnellkraftwettbewerbe und hier
insbesondere für den Weitsprung. Als 17-jähriger überwand
er mit 7,04 erstmals die Sieben Meter und ein Jahr später steigerte
er sich auf 7,77. Er durfte bereits zu den Olympi-schen Spielen in Melbourne
fahren, wo er allerdings noch Lehrgeld zu zahlen hatte, als er nach
geglückter Qualifikation keinen gültigen Versuch im Vorkampf
zustande brachte.
Der erste internationale Titel war dann bei den Europameisterschaften
1958 in Stockholm fällig, wo er die Konkurrenz mit 7,81 gewann.
Zu die-ser Zeit sprang er noch die "Hang-Technik", später
stellte er sich erfolgreich auf die "Lauf-sprungtechnik" um.
1959 überwand er mit 8,01 als erster Europäer die acht Meter
und verbesserte den Europarekord bei den Olympischen Spielen 1960 auf
8,04, womit er hinter Boston und Roberson die Bronzemedaille gewann.
Eine weitere deutliche Steigerung gelang ihm 1961 mit 8,19, das waren
schon amerikanische Bereiche und 1962, als Ralph Boston etwas schwächelte
und nur eine Jahresbestweite von 8,07 hervorbrachte, übertraf der
ukrainische Sport-student den Weltrekord im zweiten Sprung bei einem
nationalen Sportfest im Stadion der Republik von Jerewan. Der Rückenwind
von 0,1 m/sek hatte dabei kaum helfende Wirkung.
Höhepunkt der Saison 1962 waren die Europa-meisterschaften in Belgrad,
wo Igor seinen Titel mit windbegünstigten 8,19 und großem
Vor-sprung vor den beiden Finnen Stenius und Es-kola (beide 7,85) verteidigte.