Weit- sprung

RALPH BOSTON, USA

Statistik


Los Angeles, 12.09.1964, USA Olympiaqualifikation

1. 8,34 Ralph Boston USA
8,49w (+2,6 m/sek)
2. 8,03 Gayle Hopkins USA
3. 8,03 Phil Shinnick USA
4. 7,99 Charles Mays USA
5. 7,90 Darrell Horn USA


Bei den Olympic Trials in Los Angeles war Ralph Boston der absolute Star. Er gewann den Wettkampf mit sagenhaften 8,49, die er im ersten Durchgang erzielte, es herrschte jedoch bei diesem Sprung ein unzulässiger Rückenwind von 2,6 m/sek, seine weiteren Versuch fanden danach bei regulären Bedingungen statt und sein zweitweitester Sprung bedeutete mit 8,34 (+1,0 m/sek) den alleinigen Besitz des Weltrekordes, den er sich zuvor mit Igor Ter-Owanessjan teilen musste. Die beiden weiteren Olympiaqualifikanten Gayle Hopkins und Phil Shinnick sprangen 8,03 und der Vierte, Charles Mays durfte trotz 7,99 nicht mit nach Japan fahren.
In Tokio kamen im Vorfeld mit Ter-Owanessjan und Boston nur zwei Springer für den Sieg in Frage, doch es kam anders. Die äußeren Verhältnisse waren nicht mit den Bedingungen im sonnigen Kalifornien zu vergleichen, es war kühl und ein spürbarer Wind blies den Springern den Regen ins Gesicht. Alle taten sich schwer und mussten diesen Verhältnissen Tribut zollen, nur ein Springer fand sich so gut zurecht, dass er seine Bestleistung steigern konnte, es handelte sich um den Waliser Lynn Davies, der diese Witterung noch am ehesten gewohnt war. Nach dem vierten Versuch führte Boston mit 7,88, doch danach glückte Davies, den niemand auf seiner Karte hatte, mit 8,07 in einer Windflaute (-0,7 m/sek) ein toller Sprung. Den beiden Favoriten blieben noch zwei Gelegenheiten. Ter-Owanessjan setzte sich mit 7,99 auf den Silberrang und Boston trat sichtlich genervt über. Im letzten Versuch konnten sich Davies und der in der Ukraine lebende Armenier nicht mehr steigern. Bosten musste gegen einen Wind von 2,02 m/sek anlaufen, es wurde sein bester Ver-such, doch 8,03 reichten nicht zum Sieg. Der Brite hatte unter den schlechten Bedingungen Landesrekord erzielt und wurde sensationell Olympiasieger.
Ein paar Tage später sprang Boston in Osaka 8,21, doch das war nur ein schwacher Trost, zu gerne hätte er seinen Olympiasieg wiederholt, denn das war in der Leichtathletikgeschichte bis dahin noch niemandem gelungen. Erst Carl Lewis brach diesen Bann zwei Jahrzehnte spä-ter und war gleich viermal von 1984 - 1996 er-folgreich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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