Mexiko City, 19.10.1967, Vorolympische Spiele
1.
8,35 A Igor Ter-Owanessjan UdSSR
2. 8,13 Lynn Davies Großbritannien
3. 8,03 Jaques Pani Frankreich
4. 8,01 Phil Shinnick USA
5. 7,81 Max Klauss DDR
6. 7,78 Hiroomi Yamada Japan
Nachdem
Igor Ter-Owanessjan in 1965 als Weltrekordler abgelöst wurde, gelang
es dem inzwischen 29-jährigen Sportlehrer in 1967 wieder gleichzuziehen.
Bei den Vorolympischen Spielen im 2.248m über dem Meeresspiegel
liegenden Stadion von Mexiko City egalisierte er den Weltrekord Bostons
mit 8,35, die er gleich im ersten Versuch vorlegte. Zum Zeitpunkt des
Wettkampfes war es windstill, doch muß die Höhenlage gerade
im Weitsprung als besonders förderlich angesehen werden. Ein Jahr
später sollte sich das bei den eigentlichen Olympischen Spielen
in hohem Maße bewahrheiten.
Im Olympiajahr 1968 entwickelte Ter-Owanessjan noch einmal hohen Ehrgeiz
- die Siegesweite bei den sowjetischen Landesmeister-schaften von 8,28
war schon aller Ehren wert und es war auch zu hören, dass ein knapp
übergetretener Versuch dennoch gemessen wurde, wobei die Traumweite
von 8,68 (!) herauskam. Igor ging ganz sicher mit riesigen Er-wartungen
in den olympischen Wettkampf, doch der Geschehensablauf (siehe Nr.17)
erschütterte auch den in so vielen Kämpfen erfahrenen Athleten
so sehr, dass für ihn nur der medaillenlose vierte Rang übrig
blieb.
Igor Ter-Owanessjan bleibt eine große Persönlichkeit in der
Geschichte des Weitsprunges, er nahm bei insgesamt fünf(!) Olympiateilnahmen
zwei Bronzemedaillen mit, wurde dreimal Euro-pameister und zweimal Zweiter.
National gewann er in der Sowjetunion zwölf Meistertitel. Den Europarekord
verbesserte er viermal von 8,01 in 1959 bis auf 8,35 in 1967 - eine
sehr beeindruckende und viele Jahre andauernde Karriere!
Ter-Owanessjan schloß seine Ausbildung als Doktor der pädagogischen
Wissenschaften ab. Der Leichtathletik blieb der Sportpädagoge als
Cheftrainer und später als Vorsitzender des Sowjetischen Leichtatletikverbandes
erhalten.